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Rezension zur “Angelussaga” von Marah Woolf

Ich habe die Angelus-Trilogie innerhalb von einem Wochenende gelesen und bin nun einige Zeit danach immer noch vollkommen überwältigt. Nicht umsonst ist diese Trilogie mein Jahreshighlight 2019 geworden. Die Geschichte hat sich in meinem Kopf verankert und ich bin absolut aus dem Häuschen, aber nun möchte ich euch auch sagen, wieso.

Venedig als Setting war genial gewählt, weil es eine sehr malerische und uralte Stadt ist und sich deshalb hervorragend als Schauplatz der Engel eignet. Dazu kommen die distopischen Elemente, die Marah Woolf eingefügt hat, was die Geschichte zu etwas ganz besonderem macht.

Der Schreibstil der Autorin ist wie immer einfach absolut fesselnd. Sie beschreibt das Setting, die Protagonisten und deren Gefühlswelten sehr anschaulich und für den Leser leicht verständlich.

Durch die vielen Wendungen und Handlungsstränge, die alle parallel zueinander verlaufen, ist die Geschichte sehr anspruchsvoll. Dadurch wird dem Leser die Möglichkeit gegeben, selbst mitzuraten und die Geheimnisse der Protagonisten zu lüften. Ich habe mich sehr lange gefragt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Lange konnte ich überhaupt nicht einschätzen, was mich von Seite zu Seite erwartet und die Liebesgeschichte hat mich sehr überrascht.

Der Umstand, dass die Protagonistin Moon mit ihren zarten achtzehn Jahren ihre Geschwister seit Jahren vor den Engeln beschützen muss und irgendwie versucht für die Beiden da zu sein, hat mich wirklich tief berührt. Sie hat eine überaus starke Persönlichkeit und einen eisernen Willen, den sie auch sehr gerne durchsetzt.

Ein großer Pluspunkt ist, dass Marah Woolf die Engel nicht als die heiligen und lieblichen Geschöpfe dargestellt hat, wie wir sie aus alten Überlieferungen kennen, sondern hier waren sie der Feind. Zudem hat sie sehr viele geschichtliche Hintergründe über die Engel in die Geschichte eingebracht. Es wurden immer wieder Verse aus der Bibel zitiert, was dem ganzen noch einen philosophischen Touch gegeben hat.

Die Nebencharaktere, wie Moons bester Freund oder ihre Geschwister waren sehr gut ausgearbeitet – mit sehr viel Feingefühl, Herzblut und Liebe. Die Nebencharaktere wurden nicht einfach nebenher integriert, sondern haben alle ihre gewisse Rolle und Aufgabe innerhalb der Geschichte.

Auch wenn ich alle Geschichten von Marah Woolf bisher gelesen habe und ich jede einzelne davon auf ihre Art liebe, hebt sich die Angelussaga von allen bisherigen Geschichten ab. Während dieser Trilogie habe ich die komplette Gefühlspalette durchlebt. Marah Woolf hat mich mit ihrer Reihe zerstört und wieder zusammen geflickt. Mich zum Lachen, aber auch zum Weinen gebracht.

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