Dilogie,  New Adult,  Rezension

Rezension zu “Faded – Dieser eine Moment” von Julie Johnson

Als ich den Roman zum ersten Mal in den Händen hielt, habe ich mich direkt auf eine „typische“ Rockstargeschichte eingestellt. Doch im Nachhinein kann ich sagen, dass dieses Buch diesem Klischee nicht entspricht. Der männliche Protagonist Ryder wird hier zwar als Frauenheld dargestellt, doch dort liegt nicht der Hauptaugenmerk. Eher wird diese Tatsache nebenbei erwähnt und wirkt dadurch nicht so gezwungen. Zudem ist er nicht der typische Bad Boy, was ich als sehr erfrischend empfunden habe.

Darum gehts:

Als die 18 Jährige Felicity nach Nashville kommt, möchte sie nichts sehnlicher, als sich ein neues Leben aufzubauen und nochmal ganz von vorne anzufangen. Das Glück scheint endlich auf ihrer Seite, als sie nicht nur einen Job als Barkeeperin bekommt, sondern dazu noch einen Platz zum schlafen. Doch schon an einem ihrer ersten Abenden lernt sie Ryder Woods kennen. Auch wenn sie den stadtbekannten Rockstar am Anfang wirklich unausstehlich findet merkt sie schnell, dass er Felicity fasziniert und bei jeder Begegnung mehr in ihren Bann zieht. So kommt es, dass die Beiden irgendwann ihren Gefühlen nachgeben, bis Ryder plötzlich einen Plattenvertrag angeboten bekommt. Nun scheint auf einmal ein Leben an Ryder’s Seite schier unmöglich, denn ein Leben im Rampenlicht ist für Felicity eigentlich nicht denkbar..

Die Protagonistin Felicity ist mit ihren zarten 18 Jahren schon sehr reif und verantwortungsbewusst. Wäre ihr Alter nicht erwähnt worden, wäre ich nie davon ausgegangen, dass sie noch so jung ist. Durch vergangene Erlebnisse war sie gezwungen, schon sehr früh für sich selbst Sorgen zu müssen und alleine zurecht zu kommen. Ich denke, dass dieser Aspekt sie geprägt hat.

“Ich wünschte, ich könnte ihn komplett aus meinem Kopf verbannen, aber er hat sich zu fest darin eingenistet, als dass ich ihn einfach so abschütteln könnte. Er ist wie ein Titel eines nervigen Hits, den man einmal hört und dann immer wieder singen muss, obwohl man nicht einmal den kompletten Text kennt.”

Faded von Julie Johnson, Seite 113

Die Autorin hat eine ganze besondere Art zu schreiben. In gewisser Weise würde ich ihren Schreibstil als poetisch und metaphorisch beschreiben. Ein großer Teil des Buches wird von dem Thema Musik eingenommen und die Autorin beschreibt die Musik und deren Gefühle so schön, dass ich die Musik zwischen den Zeilen des Buches spüren konnte. Dieser Aspekt bringt mir die Protagonisten noch mal viel näher, da Felicity und Ryder absolute Musikliebhaber sind und die Musik ihre größte Leidenschaft ist.

“Genau so sollte Musik sein. […] Es geht um das hier. Um dieses Gefühl, das man empfindet, wenn sich die Luft aufgrund der Noten, die die Fingerspitzen verlassen, in Feuer verwandelt und sich das Herz über die Grenzen des Brustkorbs hinweg ausbreitet und sich mit jeder einzelnen Person dort draußen verbindet, die deiner Musik zuhört.

Faded von Julie Johnson, Seite 285 & 286

Jedes Kapitel des Buches war für mich aufs Neue eine Überraschung. Ich war immer wieder gespannt, wie sich die Geschichte von Ryder und Felicity entwickelt, da ich dies überhaupt nicht einschätzen konnte. Viele Situationen und Wendungen waren für mich einfach unvorhersehbar.

Ich bin wirklich froh diesen Roman durch Zufall gesehen zu haben, weil dieser mich von Grund auf begeistern konnte. Ich habe eigentlich gar nichts an dem Roman auszusetzen – eine absolute Leseempfehlung meinerseits!

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