New Adult,  Rezension,  Trilogie

Rezension zu “All Saints High” von L.J. Shen

Werbung (Rezensionsexemplar): Schon das Cover und der Klappentext von „All Saints High“ haben es mir richtig angetan. Als ich dann gesehen habe, dass man sich für die Leserunde bei der Lesejury bewerben kann, war ich direkt Feuer und Flamme.

Darum gehts:

Jeder sieht in Daria Followhill das reiche, wunderschöne Mädchen, dem es an Nichts fehlt und das keinerlei Sorgen hat. Sie ist das beliebteste Mädchen der All Saints High und müsste sich eigentlich wie eine Prinzessin fühlen. Doch was hinter dieser Fassade steckt, ahnt niemand. Denn seit sie der gleichaltrigen Silvia Scully vor vier Jahren die Zukunft zerstört hat, wird sie immer wieder von heftigen Schuldgefühlen heim gesucht. Als sie eines Tages erfährt, dass Silvias Zwillingsbruder Penn nach dem Tod seiner Mutter auf der Straße sitzt, ist es Daria zu verdanken, dass ihre Eltern Penn vorübergehend bei sich aufnehmen. Er weiß genau, was Daria seiner Zwillingsschwester vor vier Jahren angetan hat und lässt nichts unversucht, um ihr seinen tiefen Hass entgegen zu bringen. Doch bei jedem weiteren Aufeinandertreffen wird das kribbeln zwischen den Beiden größer, bis es sich einfach nicht mehr ignorieren lässt..

“Penn Scully glaubt tatsächlich, dass er mir gewachsen ist. Mir. Daria Followhill. Dem beliebtesten Mädchen der All Saints High.”

“All Saints High” von L.J. Shen, Seite 79

Die Leseprobe hat mich sehr neugierig auf die Geschichte von Daria und Penn gemacht, obwohl ich mir aufgrund dessen etwas ganz anderes vorgestellt habe. Im Prolog lernt der Leser die Protagonistin Daria als vierzehnjährigen Teenager kennen, die scheinbar mit dem typischen Problemen eines Teenagers zu kämpfen hat. Ihre Reaktionen sind sehr von Gefühlen geleitet, weshalb ich mich nicht nur einmal gefragt habe, ob ich sie hassen oder lieber bemitleiden sollte. So habe ich versucht mich zu erinnern, wie ich mich mit vierzehn Jahren verhalten habe. Einfach, um sie besser zu verstehen zu können.

Mit der Protagonistin Daria hat die Autorin einen sehr vielfältigen Charakter erschaffen, der verdeutlicht, dass es immer zwei Seiten gibt. Eine Seite, die man nach außen hin zeigt und der Allgemeinheit offenbart. Und eine Seite, die hinter die Fassade blickt und die wirklichen Gefühle preisgibt. Dafür gibt es für mich fast kein besseres Beispiel als Daria.

Zu Beginn wirkt sie sehr oberflächlich und verwöhnt. Ihre Freundinnen und sie machen durch die verschiedensten Sprüche deutlich, was sie von Menschen halten, die nicht den gleichen Lebensstandard haben, wie sie selbst. Dadurch werden die sozialen Unterschiede in der Geschichte immer wieder verdeutlicht.

Doch blickt man einmal hinter die Fassade von Daria merkt man, was sich hinter ihrem Verhalten verbirgt. Ihre familiären Verhältnisse und auch das dauerhafte Konkurrenzdenken haben sie scheinbar abgestumpft und lassen sie immer wieder Dinge tun, die sie selbst zutiefst erschüttern.

Daria trägt sehr viele Geheimnisse mit sich herum. Die meisten waren für mich weitestgehend nachvollziehbar, doch im Verlauf der Geschichte offenbart sich ein Umstand, der mich fast etwas verstört hat. Ich war absolut schockiert, doch gleichzeitig auch sehr neugierig, welche Umstände zu diesem Verhalten geführt haben. Ich würde diese Idee der Autorin als sehr speziell bezeichnen, doch gibt sie der Geschichte nochmal eine ganze bestimmte Note, weshalb ich diesen Aspekt nicht als negativ deklarieren kann.

“Ich habe das Gefühl, unsichtbar zu sein. Ich fühle mich immer unsichtbar. Als ob ich mich den Wänden angleiche oder den Möbeln oder der Glasschüssel auf dem Tresen, in der meine Eltern Äpfel aufbewahren, die die Haushälterin poliert hat.”

“All Saints High” von L.J. Shen, Seite 156

„All Saints High“ ist für mich das erste Buch der Autorin. Doch wie ich in der Leserunde erfahren habe, basiert diese Reihe auf der „Sinners of Saint“-Reihe. Gerade für die Leser, die die Bücher von L.J. Shen schon vorher verschlungen haben finde ich es toll, dass sie mit den Charakteren quasi in die Zukunft reisen können. Der Leser kann nachvollziehen, wie sich die ursprünglichen Charaktere entwickelt haben und lernt in dieser Reihe deren Kinder kennen. Auch wenn ich die Reihe nicht kenne, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Fehler, die Daria und Co. machen, damals schon von ihren Eltern auf eine ähnliche Weise begangen wurden. Schließlich wachsen sie ebenfalls in einem scheinbar sorgenlosen Umfeld auf und ihnen fehlt es an nichts. Doch wie ich schon sagte, es gibt immer zwei Seiten.

Ein Riesen großer Pluspunkt für mich war, dass sich die Geschichte nicht ausschließlich auf die Liebesgeschichte von Daria und Penn konzentriert hat. Der Fokus ging in sehr viele verschiedene Richtungen, behandelte aber keine typischen oder klischeehaften Probleme des Erwachsenwerdens. Nach und nach wird deutlich, mit wie vielen Baustellen sich Daria schon in ihren jungen Jahren befassen muss. Manchmal hätte ich sie mir selbst gerne einmal geschnappt und sie in den Arm genommen, da sie mir in manchen Momenten von Herzen leid getan hat.

Die gesamte Geschichte wird von einer eher derben und schmutzigen Sprache beherrscht. Am Anfang empfand ich es als gewöhnungsbedürftig, doch es wirkte absolutes authentisch, da es zu den Jugendlichen und ihren Verhaltensweisen gepasst hat. Die Autorin versteht sich sehr gut darin, die Gefühlswelt jeder einzelnen Figur zu beschreiben. So ist es mir überhaupt nicht schwer gefallen, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen. So konnte ich Daria und Penn jeden einzelnen Gedanken und deren Folgen in vollen Maße abnehmen und in gewisser Weise verstehen.

Aufgrund dessen, dass ich die „Sinners of Saint“ Reihe nicht gelesen habe, waren mir die meisten Charaktere fremd. So empfand ich die vielen verschiedenen Personen, die schon zu Beginn auf einen einwirken, etwas erdrückend. Mir ist es schwer gefallen, die verschiedenen Charaktere dem jeweils Anderen zuzuordnen und in Verbindung zu bringen. Eine kurze Übersicht oder vielleicht ein Stammbaum zum Anfang oder Ende des Buches hätte mir da schon geholfen. Dazu kam, dass sich die Charaktere manchmal mit dem Vornamen, öfters aber auch mit dem Nachnamen angesprochen haben.

Alles in Allem ist „All Saints High“ eine für mich sehr besondere Geschichte mit sehr vielen Facetten. Ich konnte so viele verschiedene Charaktere kennen und lieben lernen, weshalb ich die Folgebände fast kaum noch abwarten kann.

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