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Rezension zu “A Wish for Us” von Tillie Cole

Werbung (Rezensionsexemplar) Als ich das erste Mal den Klappentext gelesen habe, habe ich mir unter der Geschichte eine typische „Rockstar-Geschichte“ vorgestellt und war direkt Feuer und Flamme. Doch schnell habe ich gemerkt, dass sich die Geschichte in eine ganz andere Richtung entwickelt. Zwar steht hier die Musik auch im Mittelpunkt, doch auf eine ganz andere Weise, wie ich zuvor gedacht habe.

Darum gehts:

Cromwell Dean hat das geschafft, was sich viele andere Neunzehnjährige im Musikbusiness wünschen – er ist einer der erfolgreichsten Newcomer DJ’s Europas. Doch was keiner weiß: Ihm bedeutet seine Musik insgeheim nichts. Um seine Talente jedoch nicht zu verschwenden und auf die falsche Bahn zu geraten, fängt er, auf Nachfrage eines bekannten Komponisten, ein Musikstudium in den USA an. Dort angekommen trifft er auf Bonnie Farraday, die nicht nur sehr ehrgeizig ist, sondern die Musik als ihre große Leidenschaft bezeichnet. Auch wenn die Beiden aufgrund ihrer verschiedenen Ansichten nicht nur einmal aneinander geraten, müssen sie sich wegen eines gemeinsamen Musikprojektes zusammenreißen und irgendwie versuchen, zusammen zu arbeiten. Schnell wird klar, dass Bonnie scheinbar hinter Cromwells undurchdringliche Fassade blicken kann und Gefühle in ihm weckt, die für ihn komplett neu sind. Doch kann er es wirklich riskieren, sich Bonnie gegenüber zu öffnen und die Musik wieder in sein Herz zu lassen?

Am Anfang habe ich mich etwas schwer getan, in die Geschichte hineinzufinden. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber manchmal hat es mir etwas an Tiefe gefehlt. Das erste Aufeinandertreffen von Bonnie und Cromwell war sehr spannend gestaltet und doch konnte der Funke nicht wirklich überspringen. Es war alles ganz nett zu lesen, doch ich könnte nicht sagen, dass es genial war und mich vollkommen abholen konnte. Dazu beigetragen hat vielleicht auch, dass ich mich erst mal an den Vornamen Cromwell gewöhnen musste, da ich diesen wirklich schrecklich finde. Ich würde diesen Namen eher als typischen amerikanischen Nachnamen sehen, weshalb ich auch die erste Zeit dachte, alle Welt würde ihn mit seinem Nachnamen ansprechen. Auch wenn dann irgendwann bei mir der Groschen gefallen ist, ich fand es eher befremdlich.

Das Cromwell ein sehr erfolgreicher europäischer DJ ist fand ich super interessant und einfallsreich, da ich so etwas in so einer Form noch nie gelesen habe. Die Autorin versteht sich gut darin, den Leser in die Grundlagen von EDM (Elektronische Tanzmusik) einzuführen und einem die Branche noch mal aus einer anderen Perspektive näher zu bringen. Zudem ist es Tillie Cole gelungen, EDM und klassische Musik so zu mischen, dass die beiden Richtungen sehr gut miteinander harmonieren, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Dem Leser wird aufgezeigt, was Musik für eine Wirkung auf Körper und Seele haben kann. Das Musik nicht einfach nur da ist, um gehört zu werden, sondern das Musik noch viel tiefer geht und das Innerste berührt. Gerade die Protagonisten haben eine ganze besondere Verbindung zur Musik. Um dies zu beschreiben, hat die Autorin wirklich schöne Worte gefunden, die mein Herz haben höher schlagen lassen.  

“Die beste Musik muss gefühlt werden. Von ihrem Schöpfer. Vom Zuhörer. Sie muss immer ein Ausdruck von Empfindungen sein.”

E-Book “A Wish for Us” von Tillie Cole, Position 175-176

Die Autorin hat der Geschichte viele geheimnisvolle Aspekte gegeben. Während des Lesens tauchten immer wieder neue Fragestellungen in meinem Kopf auf, was den weiteren Verlauf und die Entwicklung der Charaktere betrifft. Dieser Umstand hat mich natürlich super neugierig gemacht. Der Leser bekommt immer wieder kleckerweise Andeutungen vor die Füße geworfen, in welche Richtung sich diese Geschichte entwickelt. Diese Andeutungen haben sich dann zu einem Bild zusammen gefügt, sodass ich manche Geschehnisse irgendwann vorhersehen konnte. Dies war von der Autorin perfekt gelöst und man hat sofort gemerkt, dass sie es genauso beabsichtigt hat.

Cromwell wird am Anfang als der verschlossene und grimmige Newcomer Star dargestellt, der sehr wenige Freunde hat und sich anderen gegenüber nicht gerne öffnet. Es wurde immer wieder betont, dass er sich nicht besonders gerne in Gespräche verwickeln lässt, doch diesen Umstand konnte ich ihm nicht so richtig abnehmen. Zwar wird deutlich, dass er kein Mann großer Worte ist, doch eine Ablehnung gegenüber Gesprächen habe ich in keiner Form gespürt. Bonnie hingegen ist das genaue Gegenteil von ihm. Sie ist eine sehr liebe und aufgeschlossene Person, die von allen geliebt wird. Zudem ist sie eine sehr fürsorgliche Zwillingsschwester, welche ihren Bruder Easton wirklich über alles liebt. Also im Prinzip könnten Cromwell und Bonnie unterschiedlicher nicht sein. Doch wie sagt man so schön: Ziehen sich Gegensätze nicht bekanntlich an?

Besonders aufgefallen ist mir die Entwicklung von Cromwell, welche er während der Geschehnisse innerhalb des Romans macht. Diese ist mir fast bei keinem so sehr aufgefallen, wie bei ihm. Seine Ansichten und seine Persönlichkeit machen eine extreme Wandlung durch, was mich fasziniert hat. Und die Autorin hat es geschafft, diese Veränderung so authentisch und realistisch darzustellen, dass ich ihr jedes einzelne Wort davon abnehmen konnte.

“Ich wollte das alles nur zu gerne wieder in mein Leben lassen – die Musik, die Liebe zum Spiel, die Leidenschaft beim Komponieren. Aber die Finsternis, in der ich drei Jahre gelebt hatte, lauerte um die Ecke, bereit, den Zorn zurückzubringen und alles andere zu vertrieben.”

E-Book “A Wish for Us” von Tillie Cole, Position 2371-2373

Die Geschichte entwickelt sich von einer typischen Romanze, in der die Jugendlichen zu sich selbst finden, zu einer wirklich emotionalen und tiefgründigen Geschichte mit einer wichtigen Botschaft. Teilweise wurde mir beim Lesen wirklich das Herz heraus gerissen und anfangs hätte ich niemals gedacht, dass sich die Geschichte in so eine Richtung entwickelt. Bücher können zwar die unterschiedlichsten Gefühle in mir wecken, doch Weinen tue ich beim Lesen eigentlich nie. Bis zu diesem Roman! Denn hier sind meine Augen nicht trocken geblieben und das muss wirklich schon etwas heißen..

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